Dresden – Freitag

Nach einer verhältnismäßig ruhigen Nacht im Nachtzug, erreichten wir gegen 8:00 Uhr den Hauptbahnhof in Dresden. Da ich bereits im Zug gefrühstückt hatte, begab ich mich unmittelbar auf die Suche nach dem Informationsstand der Dresdner Verkehrsbetriebe, um mir die Dresden Regiocard zu kaufen. Im Anschluß daran fuhr ich mit der Straßenbahn zum Hotel und deponierte dort mein Gepäck. Nun konnte ich endlich in mein Tagesprogramm starten. Vom Hotel aus nahm ich die nächste Straßenbahn zum Theaterplatz.

Den ersten Eindruck vom Theaterplatz kann man mit einem Wort beschreiben "beeindruckend"!

Nachdem man aus der Straßenbahn aussteigt, fällt der erste Blick auf den riesigen Vorplatz der Semperoper und schließlich auf die Oper selbst. Anschließend auf den daran angrenzenden Zwinger, sowie das Residenzschloss. Einem kleinen Weg durch einen Teil des Schlosses folgend, gelangte ich auf den Schlossplatz, an dem die große Freitreppe zu den brühlschen Terrassen wie ein Anziehungspunkt wirkte und mich veranlasste, meine Tour dort zu beginnen.

Die Terrassen ermöglichen einen phantastischen Blick auf die Elbe. Weiterhin waren hier in besonders großem Maß die "japanischen Invasionstruppen" mit ihren Kameras vertreten. Eine weitere besondere Eigenheit der Terrassen ist es, dass mit steigender Entfernung vom Schlossplatz, die Wege weniger befestigt sind und der Parkcharakter zunimmt.

Anschließend nahm ich den Weg wieder zurück zum Schlossplatz und ging am Fürstenzug vorbei in Richtung Frauenkirche. Der Fürstenzug selbst ist ebenfalls beeindruckend. Wenn man bedenkt, daß das gesamte Bild aus Kacheln besteht, die kaum größer als eine menschliche Hand sind, kann man sich die Arbeit vorstellen, die nötig war um dieses Gebilde herzustellen.

Vom Fürstenzug sind es nur zwei kleine Nebenstraßen bis zur Frauenkirche. Bereits zwischen den Häusern ist der bemerkenswerte Bau zu erkennen und lässt schon erahnen, wie er aus der Nähe aussieht. Die Kirche selbst steht Besuchern täglich offen und ist nur zu den Andachtszeiten und während Gottesdiensten für die Öffentlichkeit geschlossen.

Zum Innenraum der Kirche bedarf es keiner großen Erklärung, denn der Eindruck ist einfach überwältigend. Die detailreichen Arbeiten und die prachtvollen Verzierungen suchen Ihresgleichen. Trotz allem erscheint die Kirche nicht so überladen wie so manche katholische Kirche. Durch die hellen Farben und die farblosen Fenster erweckt die Kirche einen freundlichen und typisch evangelischen Eindruck.

Nachdem ich mir den Innenraum eine Weile angesehen hatte, versorgte ich mich mit einem Kirchenführer und wartete auf den Beginn der Mittagsandacht. Daran anschließend wurde von der Kanzel den Besuchern die Geschichte der Kirche, sowie die einzelnen Elemente im innen- und Außenbereich erklärt.

Da während der Andacht und der Führung die Kirche für Besucher gesperrt war, hatte sich vor der Tür Eine sehr lange Schlange gebildet.

Eigentlich stand nun eine Führung durch die Semperoper auf meinem Plan, da dort jedoch eine ebenso lange Schlange auf den Beginn der Führungen wartete, änderte ich die Planungen und setzte meinen Weg Richtung Zwinger fort. Auf die Besichtigung der Rüstkammer verzichtete ich, da mir fünf Euro für die Photoerlaubnis zu teuer erschienen.

Der Innenhof des Zwingers bietet mit seinen gewaltigen und reich verzierten Gebäuden einen lohnenden Anblick. Ebenso interessant ist der mathematisch, physikalische Salon. Dieser befindet sich in einem Gebäude des Zwingers und zeigt verschiedene antike Instrumente von Wissenschaftlern, z.B. frühe Teleskope, antike Weltgloben und gewaltige Brennspiegel, die zur Erzeugung hoher Temperaturen dienten. Da auch hier die Photoerlaubnis fünf Euro kostete, verzichtete ich darauf.

Der letzte Programmpunkt dieses Tages war ursprünglich der Aufstieg zur Aussichtsplattform der Frauenkirche, weil dies jedoch acht Euro kosten sollte und es keine Möglichkeit der Ermäßigung gab, zog ich es vor, das Rathaus zu suchen. Auf dem Weg dorthin hatte ich die Möglichkeit auch einige der Nebenstraßen der Stadt zu erkunden.

Der Weg auf den Rathausturm gestaltete sich sehr einfach. Ein Aufzug führt direkt vom Boden bis zu einer Zwischenetage, auf welcher mit großen Ausstellungstafeln und vielen Bildern die Geschichte des Rathauses sowie der Stadt dargestellt wird. Dort konnte dann die Eintrittskarte für die Aussichtsplattform gekauft werden, deren Preis mit 1,25 € durchaus erschwinglich war. Ein weiterer kleiner Aufzug führt dann schließlich einige Etagen weiter nach oben. Dann hatte ich den „Aussichtsbalkon“ erreicht. Dieser führt rund um den Rathausturm und ist direkt unter der Rathausuhr gelegen. Es hatte den Anschein, dass dieser Balkon auf einer ähnlichen Höhe gelegen ist, wie die Aussichtsplattform der Frauenkirche, welche man von hieraus sogar von leicht von oben sehen kann. Weiterhin hat man einen guten Blick auf die vor dem Rathaus gelegenen größeren Plätze, die stark an Bilder russischer Städte erinnern und somit zu den vielen Erinnerungen an die DDR Zeit gehören.

Nachdem ich den Turm verlassen hatte begab ich mich zu Fuß auf den Weg zum Hauptbahnhof. Dies gab mir wiederum die Möglichkeit viel von der Innenstadt zu sehen, insbesondere die große Fußgängerzone in der Prager Straße. Es gestaltete sich aber als ein langer Fußmarsch der mit der Rückfahrt zum Hotel den Tag beendete.

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