Tagestour nach Frankfurt

Die Anreise

Der ICE war beim ersten Betreten schon eine interessante Erscheinung.

Das Finden meines Sitzplatzes gestaltete sich als schwierig, denn mein Waggon schien zu fehlen. Als schon Erinnerungen an meine Erfahrungen aus meiner Fahrt nach Dresden wach wurden, stellte sich bei der Nachfrage bei einer Zugbegleiterin heraus, dass mein Sitzplatz sich in der hinteren Lock befand, in dem Separée direkt hinter dem Fahrerstand. Der Sitzplatz war sehr ruhig gelegen. Am Anfang der Fahrt, bis der Zug die freie Strecke erreicht hatte, erschien die Geschwindigkeit ähnlich einem Intercity, doch sobald die Beschleunigung begann, wurde mir klar, was den Vorteil des ICE ausmacht. Niemals zuvor war ich so schnell unterwegs gewesen und kein PKW auf der in Teilen der Strecke parallel verlaufenden Autobahn konnte mit uns mithalten.

Das Senckenberg-Museum

Am Hauptbahnhof angekommen, setzte ich sofort meinen Weg mit der U-Bahn zur Haltestelle „Bockenheimer Warte“ fort. Die Fahrt dauerte nur etwa 5 Minuten und nach dem Verlassen der Haltestelle war der Weg zum Senckenbergmuseum bereits nach wenigen Metern Fußmarsch zurückgelegt und durch die sehr gute Beschilderung schnell gefunden.

Die großen Dinosauriermodelle im Vorhof trugen ihr übriges zum schnellen Auffinden bei.

Die Besichtigung der vielen Ausstellungstücke und insbesondere der großen Dinosaurierskelette war bereits allein die Reise wert. Es ist einfach beeindruckend zu sehen, wie groß diese Tiere waren. Aber auch die Schönheit der heute lebenden Tiere wird einem bei dem Besuch des Museums überaus deutlich, die Artenvielfalt, insbesondere der Vögel wird hier noch besser dargestellt als im Bonner Museum König.

Der Palmengarten

Nach dem Verlassen des Museums führte mich mein Weg zu Fuß zum Palmengarten. Nachdem ich irrtümlich in die falsche Straße abgebogen war, stand ich plötzlich vor einem stark von der Polizei bewachten Gebäude mit der türkischen Flagge, offensichtlich die Türkische Botschaft. Als ich den richtigen Weg gefunden hatte stand dem Besuch des Gartens nichts mehr im Weg.

Der Besuch des Gartens war aus meiner Sicht eher enttäuschend. Die gesamte Anlage erschien sehr heruntergekommen und nur sehr wenig gepflegt zu sein. Das große Restaurant war geschlossen und die Fenster einfach mit Papier zugehangen. Die meisten Bänke waren seit sehr langer Zeit weder gestrichen noch repariert worden und auch die meisten Blumenbeete schienen sich selbst überlassen worden zu sein. Teilweise versuchte man den schlechten Zustand der Anlage damit zu erklären, dass man sie am erneuern wäre, jedoch hatte ich den Eindruck, dies wäre ein vorgeschobener Grund. In den großen Gewächshäusern war der Zustand nur wenig besser und im Palmenhaus kam man sich wie in einem verlassenen Geisterhaus vor, die großen Festsäle waren ebenfalls mit Papier abgehangen und verliehen dem gesamten Palmenbereich einen trostlosen Eindruck. Die einzig relativ gepflegten Bereiche waren die Gebäude, in denen Verkaufsveranstaltungen oder kleine Feste stattfanden.

Bei meinem Besuch fand dort gerade eine Hochzeitsfeier und eine Verkaufsveranstaltung für Orchideen statt.

Daher ist mein Fazit zu diesem Garten, dass ich es als eine Zumutung empfand, für eine derart miserable Darbietung Eintritt zu verlangen. In den Hamburger Planten un Bloomen bekommt man meiner Meinung nach weitaus mehr in einem TOP Zustand geboten und muss nicht einmal diesen überteuerten Eintritt bezahlen.

Die Innerstadt

Nach dieser Enttäuschung machte ich mich auf den Weg in die Innenstadt. Dort führte mich mein Weg zu erst zum Frankfurter Dom. Ein schönes Gebäude obwohl seine Größe nicht mit anderen Kirchen mithalten kann. Dennoch verfügt er über eine beeindruckende Orgel. Anschließend setzte ich meinen Weg durch die Innenstadt fort und mein Weg führte mich schließlich zum Frankfurter Münster. Diesen konnte man von ohne Eintritt besichtigen. Schließlich passierte ich noch den Römer Platz und ging zum Mainufer. Dies flanierte ich entlang, bis ich es verlassen mußte um zum Hauptbahnhof zu gelangen. Während dieses Spaziergangs konnte man deutlich die Kontrast innerhalb der Stadt wahrnehmen, denn der Weg führte mich von der historischen Altstadt mit den schönen alten und kleinen Fachwerkbauten in Richtung des neuen und modernen, mit Hochhäusern bestückten, Bankenviertels.

Die Rückfahrt

Glücklicherweise fuhr der Zug bereits einige Zeit vor der geplanten Abfahrt in den Bahnhof ein und somit hat sich die Gelegenheit, in aller Ruhe mein Sitzplatz suchen. Dieser befand sich ebenfalls wieder im Zugwagen, allerdings diesmal im vorderen. Somit saß ich drei Reihen hinter dem Zugführer.

Mit der Ankunft in Köln ging dann eine schöne kleine Städtereise zu Ende…

Fazit

Ein Besuch der Stadt lohnt aus mehreren Gründen.

Das Senckenberg Museum ist für Dinosaurier-Liebhaber wie auch für allgemein an Naturwissenschaft interessierte Menschen sehr zu empfehlen.

Das Bankenviertels ist für Fans der modernen Architektur sicherlich ein absoluter Hingucker und die romantische Altstadt lädt zum Verweilen in Cafes oder einfach nur zum Einkaufen ein.

Durch die zentrale Lage und die gute Verkehrsanbindung ist die Stadt außerdem sehr leicht zu erreichen, sowohl mit dem Auto, über den internationalen Flughafen als auch dem Zug. Der ICE benötigt beispielsweise nur eine gute Stunde von Köln nach Frankfurt. Für eine Tagestour also mehr als günstig.

Teile diesen Beitrag:

Leave a comment