unterwegs in Paris

Die Anfahrt

Der Thalys verließ planmäßig um 7:14 Uhr den Kölner Hauptbahnhof. Meiner Meinung nach ist die Einrichtung des Zuges weitaus eleganter und die Sitze sind um einiges bequemer als im ICE. Obwohl ich in einer Vierergruppe saß, war für alle ausreichend Platz vorhanden.

Besonders positiv fiel mir auf, daß die Durchsagen jeweils in Deutsch, holländisch, französisch und englisch wiedergegeben wurden. Die Reihenfolge der Sprachen richtete sich dabei nach dem Land in dem sich der Zug momentan befand und daher rückte Deutsch immer weiter nach hinten. Der Fahrplan wurde relativ gut eingehalten, bis eine kleine Verzögerung, als auf einen entgegenkommen Zug gewartet werden mußte. Im Zug hatte man die Möglichkeit, sich bereits vorab mit Fahrkarten für die U-Bahn auszustatten. Diese Gelegenheit nahm ich war kaufte zwei der notwendigen Innenstadttickets.

Mit einer Verzögerung von ca. 15 Minuten, also um knapp 11:30 Uhr, erreichten wir den Pariser Nordbahnhof.
In Paris

Nach dem Verlassen des Zuges machte ich mich auf die Suche nach der nächsten U-Bahnhaltestelle. Plötzlich kamen mir zwei Männer entgegen und wiesen sich als Zivilpolizisten aus. Sie baten darum, meinen Ausweis zu sehen und wollten meine Tasche durchsuchen. Nachdem sie bemerkten, daß ich aus Deutschland kam, schien ihr Jagdfieber geweckt und jeder kleinste Winkel meine Tasche wurde durchsucht, sogar meine Hosentaschen. Als sie dann in meiner Geldbörse die darin befindliche Photocard, welche große Änlichkeit mit einem Presseausweis hat, fanden, schienen sie leicht eingeschüchtert und beendeten sehr schnell ihre Suche.

Somit war der Weg frei um in die Erkundung der Stadt zu starten. Nachdem ich mich zu der richtigen U-Bahn durchgefragt hatte, machte ich mich auf den Weg zur Kirche St. Michel, auch bekannt als Notre Dame.

Das Gebäude präsentierte sich im vollen Sonnenschein und bot einen herrlichen Anblick. Eine Besichtigung des Innenraums kam wegen des hohen Ansturms und des ablaufenden Gottesdienstes nicht in Frage.

Bei der Erkundung des Umfeldes der Kirche traf ich auf mehrere „Künstler“ die die vorbeilaufenden Menschen zeichnen wollten. Nachdem ich es bei einem dieser Herren geschafft hatte, einen guten Preis (von 15 auf 8 €) auszuhandeln, ließ ich mich portraitieren. Später stellte sich zu meiner Enttäuschung heraus, daß der sehr redefreudige Franzose, anders als seine Beispiele es vermuten ließen, eigentlich nur mäßig begabt war.

Die nächste U-Bahn brachte mich dann zum Eiffelturm. Dies hatte ich zumindest gedacht, jedoch hing ich statt dessen nach zwei Stationen auf einem Zwischenbanhof fest und fand erst fast zwanzig Minuten später den richtigen Anschlußzug.

Bereits beim Verlassen der Metrostation war der Turm schon zu sehen, erschien aber noch nicht so übermäßig groß, wie ich es eigentlich erwartet hatte. An der Saine entlang, näherte ich mich dem Turm und nutzte die Gelegenheit, um die Häuser und das Treiben am Ufer zu fotografieren.

Beim Erreichen des Turmes war ich erst einmal von der gewaltigen Größe überwältigt. Da sich jedoch derart viele Menschen unter dem Turm befanden, inklusive voll bewaffneten Militärs und verschiedenen Arten von Polizisten, machte ich mich relativ schnell wieder auf den Weg zurück zur U-Bahn, eine aufdringliche Durchsuchung am Tag hatte mir gereicht und bei soviel schwerbewaffneten Sicherheitskräften weiß man schließlich nie, was alles passiert.

An der Metrostation angekommen, fragte ich mich zu dem Zug in Richtung „Place de la Concorde“ durch und erreichte nach einigen Minuten und einmaligem Wechsel des Zuges, von dem einen Zugsystem zum anderen, den Platz.

Das Metro-System von Paris ist regelrecht verwirrend und unübersichtlich. Zum einen gibt es mehrere Arten von Zügen, zum anderen entsprechen die Angaben auf den Tafeln nicht denen in den Fahrplänen. In den Fahrplänen werden die Züge mit Buchstaben, auf den Tafeln mit Zahlen und verwirrenden Namen gekennzeichnet. Dabei den passenden Zug zu finden grenzt fast schon an ein Glücksspiel. Auch das Aussehen der Züge empfand ich als eine Zumutung, in keiner Stadt habe ich jemals derart verdreckte Züge erlebt.

Lediglich die vielen Informationsbüros in den Zugstationen sind eine praktische Einrichtung, ohne diese hätte ich noch weitaus mehr Probleme gehabt, die richtigen Züge zu finden.

Der Place de la Concorde ist eingekreist von großen Straßen und aufgrund der Bauarbeiten verzichtete ich darauf, direkt in die Mitte des Platzes zu gehen. Dennoch gelangen mir einige schöne Fotos von einem der Brunnen. Durch den großen Park führte mich mein Weg dann schließlich in Richtung Louvre. Dort angekommen, verzichtete ich darauf, ebenfalls wegen des hohen Andrangs, das Museum zu besichtigen.

Schließlich suchte ich die in der Nähe befindliche U-Bahnstation und mußte mich auch dort wieder zum richtigen Zug durchfragen. Glücklicherweise fand ich einige Franzosen, die zwar kein englisch sprachen, die mir aber soweit helfen konnten, daß ich den richtigen Zug fand. Nachdem ich dann an einer Zwischenstation dem Zug gewechselt hatte, erreichte ich wieder den Nordbahnhof.
Die Rückfahrt

Dort suchte mir einen ruhigen Sitzplatz an den Gleisen um die Wartezeit bis zur Rückfahrt überbrücken zu können.

Als man dann schließlich in den Zug einsteigen konnte und ich den richtigen Waggon suchte, traten plötzlich die selben Polizisten vom Vormittag von hinten an mich heran, wiesen sich erneut aus und wollten erneut wissen, warum ich schon wieder fahren wolle und was ich in der Stadt gemacht habe. Anschließend führte er die gleiche Durchsuchung vom Vormittag durch und gab schließlich, offensichtlich enttäuscht, auf.

Mir war das alles irgendwie zu hoch. Ist es denn so ungewöhnlich, sich einfach nur mal für einen Tag die Stadt anzusehen. Ist das schon Grund genug, um als potentieller Terrorist oder Verbrecher abgestempelt zu werden? Kontrollen und Durchsuchungen sind notwendig und wichtig, aber man sollte dabei nicht vergessen, daß sich ein derartiges, rüpelhaftes und unfreundliches Verhalten herumspricht. Weiterhin bin ich der Meinung, als Tourist, der schließlich auch Geld ins Land bringt, zumindest eine freundliche Behandlung verdient zu haben und nicht mit dem Eindruck abgespeist zu werden, man habe die Beamten enttäuscht, da man nichts geschmuggelt hat oder kein Terrorist ist.

Nach diesem erneuten Vorfall war ich schließlich froh, als ich meinen Platz im Zug gefunden hatte und die Rückfahrt nach Köln in Ruhe genießen konnte. Obwohl das servierte Essen, ein kaltes Buffet, nicht gerade meinem Geschmack entsprach, waren die zwischendurch gereichten Snacks sehr gut.

Der Zug erreichte schließlich relativ pünktlich, gegen 21:50 Uhr, den Kölner Hauptbahnhof .
Fazit

Abschließend bleibt zu sagen, daß ich alles daran setzen werde, in meinem Leben Frankreich nicht mehr zu betreten. Bereits während der Kursfahrt mit der Schule in die Carmargue wurden wir als deutsche Urlauber äußerst schlecht behandelt, aber das Verhalten der Bahnpolizei hat mir endgültig und eindrucksvoll gezeigt, daß wir dort nicht erwünscht sind.

Die Sehenswürdigkeiten, wie z. B. der Eiffelturm oder Notre Dame, sollte man zwar eigentlich gesehen haben, aber hätte ich diese „Probleme“, auch in Bezug auf das chaotische U-Bahn System, im Voraus gewußt, hätte diese Fahrt wahrscheinlich nicht stattgefunden.

Teile diesen Beitrag:

Leave a comment