unterwegs auf dem 819. hamburger Hafengeburtstag

Freitag

Der IC verließ mit kurzer Verspätung den Kölner Hauptbahnhof und erreichte Hamburg gegen 13:15 Uhr.

Dort besorgte ich mir zuerst ein Touristen-Ticket für fünf Tage und fuhr ins Hotel. Nachdem ich mich dort eingerichtet hatte, konnte es endlich losgehen, das Wiedersehen mit den Landungsbrücken stand bevor.

Dann begann dann die verzweifelte Suche nach einem guten Platz mit Sicht auf die Elbe. Nach einiger Wartezeit in der Nähe der Rickmer Rickmers ergatterte ich nach der feierlichen Eröffnungsrede einen einigermaßen guten Platz direkt an den Pontons der Landungsbrücken. Von dort hatte ich dann die Möglichkeit, einigermaßen gute Bilder der einfahrenden Schiffe während der Einlaufparade zu schießen.

Im Anschluß flanierte ich an den Landungsbrücken entlang und stieß auf einen der vielen Anwerber für Hafenrundfahrten. Da meine Schußposition während der Einlaufparade nicht allzu optimal war, dachte ich daran, diese Verluste eventuell durch einen Perspektivwechsel ausgleichen zu können. Somit kaufte ich mir eine Karte und begab mich auf die entsprechende Barkasse.

Die Tour startete gegen 19 Uhr. Der Ablauf der Tour war mir prinzipiell von meinem letzten Urlaub in der Stadt bekannt, dennoch bot sie diesmal, angesichts der besonderen Situation, einiges Neues. Zu beginn mussten wir der Cap San Diego ausweichen, die gerade dabei war, nach der Teilnahme an der Parade wieder an ihrem angestammten Platz festzumachen. Kurz darauf konnte man die Matrosen beim Festmachen des deutschen U-Boots U-18 beobachten. Im weiteren Verlauf der Tour mussten wir mehrmals auf Anweisung der Wasserpolizei einen Zwangsstopp einlegen, um ein Drachenbootrennen nicht zu behindern. Der weitere Verlauf der Tour wurde leider dadurch getrübt, dass die Elbe Flut hatte und somit ein Befahren der Speicherstadt nicht durchführbar war. Auf der Rückfahrt stand uns die Sonne im Rücken und dies ermöglichte, sozusagen als Ausgleich, sehr schöne Aufnahmen der Landungsbrücken und den dort liegenden Schiffen.

Gegen 20 Uhr war die Fahrt dann vorbei und ich entschied mich dazu, das abendliche Feuerwerk nicht mehr anzusehen, da es bis zu dessen Start noch 2,5 Stunden gedauert hätte und ich bereits jetzt sehr von dem langen Tag erschöpft war. Außerdem hatte ich viel für den nächsten Tag geplant und dafür wollte ich ausgeschlafen sein.

Samstag

Nach dem Frühstück fuhr ich mit der Hochbahn in Richtung Landungsbrücken und wanderte an der Elbe und der Kirmesmeile entlang. Da es inzwischen 9.00 Uhr war und ich um 10 Uhr die Fregatte Mecklenburg Vorpommern am Anleger der Überssebrücke besichtigen wollte, machte ich mich auf den Weg dorthin. Auf meinem Weg stellte sich heraus, dass die Besichtigung der Fregatte Lübeck um 10 Uhr ausfiel und erst ab 15 Uhr möglich war. Dabei dachte ich mir jedoch nichts und setzte meinen Weg fort. Am Anleger der Mecklenburg Vorpommern angekommen teilte man mir jedoch mit, daß auch hier eine öffentliche Besichtigung erst ab 14 Uhr möglich sei, da man nun nur mit offizieller Einladung das Schiff betreten konnte.

Da ich nun also vor einem Loch im Plan stand, besuchte ich das in der Nähe liegende Schiff des Fischereischutzes „Seefalke“. Dabei war es interessant zu lernen, das diese Behörde nichts mit der Polizei gemein hat, da sie lediglich die Aufgabe hat, Fischer und deren Ausrüstung zu kontrollieren. Somit untersteht sie dem Ministerium für Ernährung und arbeitet auch international.

Das nächste Schiff war der Minenjagdboot Dillingen. Dieses relativ kleine Schiff erfüllt eine wichtige Aufgabe und wie einer der Matrosen erklärte, war die Besatzung froh darüber, hier bei dem Fest zu sein, denn die anderen Schiffe der Flotte hatten sich dieses Wochenende schon für den nächsten Einsatz rüsten müssen.

Anschließend wanderte ich durch den alten Elbtunnel zur anderen Uferseite und begab mich zu dem Aussichtsbereich an der Elbe. Bereits kurze Zeit später hatte ich die Möglichkeit, einige interessante Vorführungen eines Bundeswehr Hubschraubers zu sehen.

Nach der Vorführung  hatte geplant die Mecklenburg Vorpommern zu besuchen, jedoch war die Warteschlange so lang, daß ich mehrere Stunden hätte warten müssen und so entschied ich mich dazu, das U-18 zu erkunden, denn dort war die Schlange relativ klein. Leider waren nur wenige Bereiche des Bootes zugänglich und so war man bereits nach nicht einmal 10 Minuten wieder aus dem Boot heraus. Eigentlich hatte ich mir mehr von diesem Besuch erwartet, jedoch wurde deutlich, daß unsere U-Boote extrem eng sind.

Sonntag

Nach dem Frühstück fuhr ich zur Haltestelle Landungsbrücken und wollte mir erneut den Fischmarkt ansehen. Leider stellte sich nicht nur heraus, dass er extrem überfüllt war, sondern auch, daß die Anzahl der sehr bekannten Marktschreier extrem abgenommen hatte. Bei meinem ersten Besuch erschien mir die Anzahl schon gering, diesmal jedoch konnte ich fast keinen mehr finden. Vielleicht liegt es daran, daß ich den Besuch des Marktes wegen der großen Menschenmenge abbrach, dennoch ist der traurige Trend eindeutig.

Um nicht wieder vor einer langen Schlange kapitulieren zu müssen, wanderte ich zur Überseebrücke und dort zur Mecklenburg Vorpommern. Gegen 9:30 Uhr war Ich der erste in der Schlange und bei der Öffnung des Schiffes um 10 Uhr fiel mir auf, daß die Warteschlange bereits so lange wie am Nachmittag des Vortags war.

Das nächste Schiff auf meine Besichtigungstour war das Polizeiboot „Bürgermeister Weichmann“. Durch die lebhaften Erklärungen der Besatzung, inklusive des Kapitäns, erhielt man einen guten Eindruck vom Dienst auf diesem Schiff.

Am Nachmittag fuhr ich zu „Planten un Bloomen“. Dort nahm ich mir die Zeit, durch den Park zu wandern und hatte dabei die Gelegenheit, die weithin bekannte Wasserlichtorgel zu sehen, wenn auch keine Musik dazu spielte war es ein beeindruckendes Erlebnis.

Montag

Nach einem ausgiebigen Frühstück machte ich mich mit der Hochbahn zur alten Speicherstadt auf. Von dort nahm ich den Weg zu Fuß durch die alte Speicherstadt, vorbei an den Baustellen der neuen HafenCity und war beim Fotografieren in „guter Gesellschaft“. Gegen 8.40 Uhr erreichte ich das Gebäude des Miniatur Wunderlandes.

Der Besuch der Ausstellung ist auf jeden Fall das Eintrittsgeld wert. Die Präzision und die Detailtreue mit der die Anlage aufgebaut wurde sind, genau wie die Größe, überwältigend. Als besonders interessant erwiese sich für mich, daß der Kontrollstand für die Besucher begehbar ist und man die Mitarbeiter bei der Steuerung und Kontrolle der Anlage beobachten kann. Dabei ist es bemerkenswert, welcher technischer Aufwand nötig ist um eine Anlage dieser Größe kontrollieren zu können. Ein weiteres Highlight war für mich der ständige Wechsel der Tageszeiten, denn ca. alle 15 Minuten wechseln sich die Lichtverhältnisse in der Halle, das Licht verhält sich realistisch wie bei einem Sonnenuntergang und entsprechend schalten sich die Lampen der Gebäude, Fahrzeuge usw. an. Nach wenigen Minuten folgt dann der ebenso realistisch nachgeahmte Sonnenaufgang. Die Anlage unter dem Nachtlicht leuchten zu sehen ist noch weitaus beeindruckender als unter Normallicht.

Gegen 10:30 Uhr verließ ich die Ausstellung und inzwischen war die Anzahl der Besucher schon so groß, daß es kaum mehr möglich war, in Ruhe vor einem Streckenabschnitt stehen zu können, geschweige denn vernünftig fotografieren zu können.

Von dort setzte ich meinen Weg durch die Speicherstadt in Richtung Landungsbrücken fort. Dort besichtigte ich den Seenotkreuzer „John T. Essberger“. Der Maschinist erklärte, daß die Maschinen unter voller Last ca. 1800 Liter Diesel pro Stunde verbrauchen, also ca. der halbe Heizöl-Jahresverbrauch eines Zweifamilienhauses.

Danach stand noch ein Pflichtpunkt für einen Hamburg-Aufenthalt an, ein Besuch des Michels. Eine Fahrt auf die Aussichtsplattform schien mir ebenfalls lohnend, da ich hoffte, das Hafenspektakel von dort gut sehen zu können. Diese Hoffnung erfüllte sich nur eingeschränkt, jedoch hatte ich das Glück, daß einige Rettungsschiffe gerade ihre Wasserkanonen demonstrierten.

Da sich herausstellte, daß einige Schiffe bereits ausgelaufen waren und abzusehen war, daß bei der Parade nicht mehr so viele schöne Schiffe anwesend sein werden, verzichtete ich auf die Auslaufparade und bereitete im Hotel schon alles für die Abreise vor.

Dienstag
Nach dem Verlassen des Hotels machte ich mich auf den Weg zum Hauptbahnhof. Mein Zug fuhr am frühen Vormittag und ich hatte das Glück, direkt am Sitzplatz über eine Steckdose zu verfügen. So konnte ich einen Großteil der Fahrt mit dem Laptop arbeiten.

Der Zug erreichte mit einer kleinen Verspätung nach ca. 4 Stunden den Kölner Hauptbahnhof.

Fazit:

Das Hafenfest war die Reise in jeder Beziehung wert. Das Wetter setzte dem Erlebnis natürlich die Krone auf und sorgte für einen Besucheransturm von geschätzten 1,6 Mio. Menschen. Dies war zwar für meinen Geschmack zeitweise etwas viel, aber dieses Fest ist ein Erlebnis, das man nicht verpassen sollte. Die Stimmung war zumindest während der Tageszeit zu keiner Zeit angespannt und alle schienen einfach nur die Show zu genießen.

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