Organisation!? – Was ist das?

Wie ich schon gestern geschrieben habe, ist eine Beschilderung die auch auswärtige Besucher zu den verschiedenen Events der Kieler Woche führt praktisch nicht vorhanden. Man muss sich also durchfragen und/oder sucht solange, bis man da ankommt, wo man hin will. Glücklicherweise sind die Kieler sehr hilfsbereit und erklären gerne die Wege, was aber doch eigentlich bei einem Event dieser Größe nicht nötig sein sollte…

Aber das ist nicht das einzige Problem. Von vielen anderen Museen oder Veranstaltungen bin ich es gewohnt, dass sich Reisegruppen vorher anmelden müssen, damit der normale Besucherfluss nicht behindert wird. Dieses Vorgehen scheint sich jedoch nicht bis hierher rumgesprochen zu haben.

Als ich heute Morgen mit der ersten Besuchergruppe den Rathausturm befahren wollte, meldete kurz vor mir eine Lehrerin eine Schulklasse an. Damit waren die ersten beiden der halbstündig stattfindenden Touren auf einen Schlag ausgebucht. Den langen Umweg zum Rathaus und die Wartezeit hätte ich mir also sparen können. Das ist verständlicherweise leicht aufgebracht war, schien der Kassiererin jedoch nicht aufzufallen, denn sie meinte lediglich, dass die nächsten Touren nun ausgebucht seien.

Ich hatte in Salzburg mal eine ähnliche Situation. Dort wurde es jedoch so geregelt, dass zuerst die Alleinreisenden eine Karte bekamen und danach die Gruppe nach vorhandenen Möglichkeiten abgefertigt wurde.

Daher nahm ich erst einmal meine weiteren Tagesziele unter die Füße, das Schifffahrtsmuseum und die Kirmesmeile am Schlossgarten.

Das Schifffahrtsmuseum ist jedoch eigentlich eher ein (kleines) Kunstmuseum. In der alten Fischmarkthalle werden fast ausschließlich Gemälde und Fotos ausgestellt, die die Entwicklung der Schifffahrt in Kiel dokumentieren. Zur Zeit mit dem Schwerpunkt auf den Polar-Reisen. Damit ist das Museum eher für Kunstliebhaber von Interesse und weniger für Schiffs-Interessierte.
Die Eintrittskarte kostet 3€ und gilt auch für die Museumsschiffe und das Stadtmuseum. Für Kunstliebhaber eine sicherlich lohnende Investition, für Technik-Interessierte eine völlige Fehlinvestition.

Am Nachmittag kehrte ich zum Rathaus zurück und es war tatsächlich möglich, mit der nächsten Gruppe auf den Turm zu fahren. Und das hat sich dann auch gelohnt, zumindest wegen der Aussicht über die Stadt, die ist von dort sehr gut und die Dame von der Stadt konnte konkrete Informationen über die verschiedenen Bereiche der Stadt sowie deren historische Entwicklung geben. Leider war jedoch die Zeit so knapp bemessen, dass es nicht möglich war, in Ruhe einmal um den ganzen Turm zu wandern. Bereits in der Hälfte drängte sie zur Eile, da sie schon die nächste Gruppe holen musste. Angesichts des hohen Preises von 3,50€ war das schon eine Dreistigkeit, zumal die Dame vor unserem Aufstieg zuerst in der Lobby sehr viel über das Rathaus und deren berühmten Persönlichkeiten berichtete. Das interessierte mich nicht, denn ich wollte lediglich auf den Turm und keine Führung durch das Rathaus und das war auch die Zeit, die uns auf dem Turm fehlte.  Das hätte man sicherlich auch besser organisieren können, aber dann könnte man wahrscheinlich weniger zahlende Besucher pro Tag abfertigen.

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