Die Windjammerparade

Am Samstag war natürlich der wichtigste Programmpunkt die Windjammerparade. Nachdem ich mich dafür entschieden hatte, die Parade von Mönkeberg aus zu sehen und auch schon die passende Buslinie dafür gefunden hatte, stellte sich heraus, dass ein zweiter Bus dieser Linie in diese Richtung als Verstärkung fuhr. Unterwegs erklärte der Fahrer den Gästen dann, dass dieser Bus „Heikendorf – Am Heidberg“ als Endhaltestelle hätte. Diese Position war für das Betrachten der Windjammerparade noch besser geeignet, da sich dort die engste Stelle der Wasserstraße von Kiel zur Kieler Bucht befindet. Der Fahrer kündigte an, dass es auch für die Rückfahrt Sonderbusse gäbe.

Da ich davon ausging, dass die nur zur Verstärkung dienten und der Regelverkehr stündlich fahren würde, schenkte ich dem wenig Interesse.

Nachdem ich mir dann am Ufer eine schöne Stelle gesucht hatte und meine Kamera eingerichtet hatte, konnten die Schiffe kommen.

Gegen 11:20 Uhr kamen die Ersten dann in Schussdistanz und es dauerte eine gute Stunde, bis alle durch waren. Das Wetter war zwar für das allgemeine Empfinden nicht “sehr schön”, aber für dieses Ereignis optimal. Es war trocken, die Sonne versteckte sich hinter Wolken aber der leicht westliche Wind war optimal für die ca. 120 Segelschiffe um unter Segeln die Parade zu fahren. Offiziellen Zahlen zur Folge zog es ca. 100.000 Menschen an die Ufer um das Spektakel zu beobachten.

Es ist ein seltener Anblick, derartig viele (Segel-)Schiffe auf einem Haufen zu sehen und sehr interessant zu sehen, dass bei dieser Massenfahrt keine Unfälle passieren. Angesichts der Tatsache dass die Schiffe keine Bremse haben sicherlich nicht ganz einfach.

Als ich dann gegen 12:30 Uhr wieder an der Bushaltestelle ankam, stellte sich jedoch heraus, dass der Sonderbus bereits lange gefahren war und das planmäßig am Wochenende von dieser und den nächstgelegenen Haltestellen kein Bus fuhr.

Ursprünglich hatte ich geplant, von der Windjammerparade zu dem einige Kilomerter entfernten Laboer Kriegsdenkmal und dem U-Boot Museum zu fahren. Nach dem Desaster der am Wochenende nicht fahrenden Busse hatte ich jedoch große Bedenken, nicht mehr von dort wegzukommen und somit stornierte ich derartige Pläne und zog es vor, direkt zurück in das Hotel zu fahren.

Zusammen mit einigen anderen sehr entsetzten Touristen musste ich mich daher auf einen ca. 2-3km langen Fußweg zur nächsten Haltestelle machen. Natürlich erreichten wir diese 5 Minuten zu spät und somit dauerte es noch mal eine ganze Stunde bis von dort der nächste Bus zurück zum Hauptbahnhof fuhr. Dieser war dermaßen überfüllt, dass man nur noch mit Mühe einen Sitzplatz ergatterte. Verständlich, denn hier traf man viele andere wieder, die über andere Wege zu anderen Haltestellen gepilgert waren. Am Hauptbahnhof ereilte mich dieses Schicksal erneut und somit musste ich dort noch mal fast eineinhalb Stunden auf meinen Anschluss warten, da dieser fast eine halbe Stunde Verspätung hatte.

Wie soll ich das noch kommentieren? Zum einen war der Sonderbus für die Hinfahrt nirgends ausgeschildert, noch wurde man im Büro der Tourist Information darauf hingewiesen. (Wieso eigentlich auch, es könnte den Touristen sonst ja noch in Kiel gefallen) Ich stand daneben, als eine Stunde vor der Abfahrt im Tourist Information Büro einige Touristen an eine für das Betrachten der Parade wenig geeigneten Stelle geschickt wurden und das auch noch zu Fuß.

Zum anderen ist es mir völlig unverständlich, dass man nur einen Bus für die Rückreise einsetzt und diesen dann auch noch so knapp kalkuliert, dass man nichteinmal in Ruhe das ganze Spektakel erleben kann.

Was geht in den Organisatoren bloß vor? Warum setzt man an solchen Tagen im Jahr nicht auch am Wochenende Regelbusse an diesen wichtigen Haltestellen ein oder schildert zumindest die Abfahrtszeit des einzigen Busses für die Rückfahrt aus. Hätten nicht einige Anwohner uns den Weg zur nächsten Haltestelle beschrieben, wären wir wahrscheinlich sogar noch in die falsche Richtung gewandert.

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