Die Kieler Woche – (k)eine Empfehlung

Zum Abschluss meiner Berichterstattung über die Kieler Woche möchte ich eine Bilanz ziehen.

Meine persönlichen Erfahrungen mit diesem Großevent waren leider überwiegend negativ, wie aus meinen bisherigen Beiträgen schon zu lesen war.

Das liegt aber unter anderem daran, dass ich versucht habe, soviel wie möglich von dem angebotenen Programm auszuprobieren.

Da sich die verschiedenen Schauplätze über die ganze Stadt verteilten und leider zwischen diesen “Hotspots” meist ein größerer Weg lag, verlor man schon allein dadurch viel Zeit dabei, den Weg dorthin zu finden. Da hätte ich mir eine bessere Transparenz bei den Buslinien gewünscht. Man hätte zum Beispiel im Programmheft jeweils angeben können, bei welcher Haltestelle man aussteigen solle. Dann hätte ich wohl öfters den Bus genommen und wäre schneller vorwärts gekommen. Es war mir jedoch zu aufwendig, jedes Mal nach der passenden Haltestelle und der richtigen Buslinie zu suchen. Da war ich letztlich zu Fuß schneller.

Der Ausgangspunkt der Regatten im alten Olympiazentrum bei Schilksee lag jedoch soweit auswärts, dass man es nur motorisiert erreichen konnte und das dauerte mit dem Bus vom Hauptbahnhof ca. 45 Minuten.   Daher sollten Besuche dort nicht spontan unternommen werden.

Abschließend kann ich die Kieler Woche nur denjenigen empfehlen, die sich auf bestimmte Bereiche des Gesamtprogramms beschränken wollen.

Freunde des Segelsports, die vieleicht noch ein eigenes Boot ihr eigen nennen, werden sich die ganze Woche nur am Olympiazentrum aufhalten, das dortige Angebot an kleinen Musikevents und Schaustellerbuden nutzen und eventuell einen Tagestrip zur Innenstadt oder den dortigen großen Konzerten unternehmen.

Musikfreunde werden überwiegend in den Abendstunden gezielt die vielen hochkarätigen und kostenlosen Konzerte besuchen und bis in die Nacht feiern.

Familien können ab dem frühen Nachmittag das umfangreiche und sehr punktuelle Kinderprogramm in Anspruch nehmen.

Da ich jedoch in keines der genannten Profile passe, ergaben sich einige Probleme…

Sowohl das Programmheft als auch die gesamte Organisation schien eher auf ortskundige Besucher ausgerichtet zu sein und war für mich als absolut fremden Touristen oft nur mühselig zu verstehen und führte zu vielen Missverständnissen und Irritationen.

Da aus meiner Sicht die Stadt auch nicht viele Anreize für eine Städtereise bietet konnte ich auch nicht auf ein alternatives Programm ausweichen.

Somit steht für mich fest, dass ich die Kieler Woche wohl nicht noch einmal besuchen werde, außer es stellt sich in den nächsten Jahren heraus, dass sich die Organisation zum Vorteil der Besucher verändert und auch eine einfachere breite Nutzung der Angebote ermöglicht. Für eine der oben erwähnten punktuellen Nutzungen sind meiner Meinung nach die Kosten für einen Aufenthalt zu hoch und führen zu keinem angemessenen Kosten-Nutzen Verhältnis. Dies macht sich besonders bemerkbar, wenn man fast einen ganzen Tag unterwegs ist, um für nicht einmal zwei Stunden die Windjammerparade zu sehen, nur weil die Haltestelle für den Rückweg am Wochenende nicht mit Bussen bedient wird(http://frankleienbach.wordpress.com/2010/06/30/die-windjammerparade/).

Oder ich erhalte die Möglichkeit, die Regatten die ganze Woche jeden Tag vom Wasser aus zu fotografieren. Denn die bei der Regatta-Begleitfahrt entstandenen Fotos haben mich für einige Enttäuschungen der Woche entschädigt 😉

Abschließend sei nochmals erwähnt, dass die Kieler Bevölkerung und auch die vielen Mitarbeiter der Polizei und Sicherheitsdienste überaus freundlich und hilfsbereit waren (anders als viele Angestellte der anderen Servicedienste). Ohne deren Hilfe hätte ich öfters wegen der schlechten Beschilderung noch länger gebraucht um viele Ziele zu erreichen.

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