Rügen Tag 2

Am zweiten Tag der Reise besuchte ich schon früh morgens die Bäderstadt Binz. Mit dem Bus von Sassnitz lässt sie sich sehr einfach erreichen und die Busfahrt bietet Gelegenheit, auch etwas von der Insel zu sehen.

An dieser Stelle sei auch eine Wochenkarte für den RPNV (Rügener Personen Nahverkehr) empfohlen. Obwohl mir der Preis von rund 45€ anfangs sehr hoch erschien, stellte sich jedoch bei genauem Nachrechnen heraus, dass es weitaus günstiger (und auch entspannter) ist, als jede Karte einzeln zahlen zu müssen. Aber Achtung: Die Karte gilt NICHT für die Bahnverbindungen auf der Insel. Das ist mir sehr unverständlich, ist es doch sonst üblich, dass in solchen Netzkarten auch die Verbindungen der Bahn für den jeweiligen Bereich enthalten sind!

Ein sehr schönes Hilfsmittel bei den Fahrten mit den Bussen sind die sehr guten Hinweise, die bei wichtigen Haltestellen automatisch über Lautsprecher gegeben werden. z.B. wird in Binz an der Haltestelle die der berühmten Seebrücke am nächsten liegt, auch darauf hingewiesen, dass dem so ist. Das erleichtert erheblich die Wahl der richtigen Haltestelle.

Ist man dann ausgestiegen, sind es nur noch wenige hundert meter vorbei an malerischen Gebäuden im Stile der Bäderkultur bis man die Strandpromenade und damit auch das Kurhotel und die Seebrücke erreicht hat. Für mich lag der eigentliche Sinn des Besuches darin, von der Seebrücke aus, das nach altem Vorbild wiedererbaute Kurhotel fotografieren zu können. Und die Morgensonne sowie einige bedrohlich wirkenden Wolken boten dafür die besten Bedingungen.

Im Anschluss daran wanderte ich die Promenade entlang und mir wurde schon nach diesen ersten Eindrücken sehr schnell klar, dass man auf Rügen sehr viel Mühe darin investiert, die Straßen und Gebäude so sauber, gepflegt und aufgeräumt wie nur eben möglich zu halten.  Einen so schönen Promenadenweg habe ich noch nirgends zuvor gesehen, aber auch die Nebenstraßen haben einige sehr schöne Gebäude zu bieten.

Wenn man auf den Weg zur Busstation die Fußgängerzone passiert, so sind dort naturgemäß auch einige Souveniershops zu finden. Aber selbst diese sind nicht wie man das von anderen Orten kennt mit absolutem Billig-Ramsch vollgestopft, sondern eher mit etwas höherwertigen Artikeln.

Die zweite Station des Tages war die Prora, das ursprünglich als größtes KdF-Bad geplante Gebäude. Die sogenannte Prora wurde leider niemals vollständig fertiggestellt und der bewohnbare Bereich wurde zur Zeit der DDR als Kaserne der Volksarmee genutzt.

Wenn man bei der Station “Prora Jugendherberge” aussteigt, kann man sehr gut die heutige Nutzung eines noch kleineren Bereichs des Gebäudes sehen, nämlich als Jugendherberge. Dafür wurde ein Teilbereich der Prora aufwendig renoviert und umgebaut.

In einem der angrenzenden Bereiche ist ein Museum über die Geschichte des Gebäudes untergebracht. Der Eintritt ist frei. Allerdings wurden auch kleine Filme über spezielle Teile der Geschichte der Prora gezeigt. Dazu war ein kleiner Teil der Ausstellung mit Stühlen und einem kleinen alten Röhren-TV ausgestattet. Für diese Filme wurde ein “Eintritt” von mehreren Euros erhoben und eine Aufsicht wachte darüber, dass sich auch ja niemand einfach so dazusetzte! Ich war nicht der Einzige, der das als ein wenig lächerlich und bizarr empfand. Und diese Beobachtung war dann auch der Grund dafür, dass ich nicht an einer der regelmäßig stattfindenden Führungen durch die Prora teilnahm. Ich hatte die Befürchtung, mit einer ähnlichen “Gegenleistung” für das aufzuwendende Geld rechnen zu müssen und das war es mir dann eindeutig nicht wert!

Daher entschloss ich mich auf eine Erkundung der Gebäude von Außen zu beschränken. Obwohl auch sicherlich ein Blick in die alten Ruinen sehr interessant gewesen wäre, bin ich mir nicht sicher, ob das überhaupt ein Teil der Führung gewesen wäre…

Aber auch von außen ist das Gebäude mehr als beeindruckend. Schon allein die Größe der von diesem Punkt aus sichtbaren Gebäude ist beeindruckend, aber man wird sich der Größe erst richtig bewusst, wenn man einige Zeit an dem Monster vorbeiwandert und man gar nicht merkt, dass man vorankommt.  Man sollte aber auch die an einigen Punkten möglichen Zugänge zum Strand und damit zur Rückseite des Gebäudes nutzen. Dort offenbart sich wiederum ein völlig anderer Blick auf die Prora und auch ein kurzer Besuch des Strandes und der Überreste der dortigen Befestigungsanlage bietet einige interessante Motive.

Der Bus brachte mich dann wieder zurück nach Sassnitz.

Dort nutzte ich dann noch die Gelegenheit das im Hafen liegende Museums-U-Boot zu besichtigen.

Das Museum bietet einen guten Einblick darin, wie das Leben auf dem Boot gewesen sein muss und lässt erahnen, wie beschwerlich der Dienst auf solch einem Gefährt wohl auch heute noch ist.

Teile diesen Beitrag:

Leave a comment