Berlin, mein Fazit

Mein Fazit zu Berlin fällt zweigespalten aus.

Auf der einen Seite denke ich, daß man zumindest einmal die Hauptstadt und den Regierungssitz gesehen haben sollte. Auch wenn es sich vielleicht altmodisch anhört aber ich denke ich es gehört zur Allgemeinbildung. Und aus fotografischer Sicht bietet die Stadt eine immense Zahl an lohnenden Motiven, insbesondere im Bereich der Archtitekturphotographie. Aber auch die immer noch vorhandenen Spuren der Spaltung machen diese Stadt wohl einzigartig, zeugen sie doch immer noch von einer sehr dunklen Zeit der Menschheit.

Auf der anderen Seite bin ich entsetzt über den offen gezeigten Mangel an Demut vor dem Volk und dessen Geld. Vor allem im Regierungsbezirk spielen die Kosten ganz offensichtlich überhautpt keine Rolle, denn alles was man sieht, scheint das Beste vom Besten zu sein. Ich hatte mich schon im Vorfeld auf einiges eingestellt, aber auf diese maßlose Verschwendung war ich nicht vorbereitet. Unterwegs fragte ich mich immer wieder aufs neue, woher bloß all das Geld kommt? Seit meinem Besuch in Berlin weiß ich, warum immer alle Kassen leer sind und warum sich kein Politiker mehr in die Situation des „kleinen Mannes“ hineinversetzen kann. Wenn man in solch königlichen Gebäuden lebt und arbeietet bleibt doch ein Realitätsverlust zwangsläufig nicht aus. Ich habe durchaus Verständnis dafür, daß man vor ausländischen Regierungsgästen angeben möchte, aber zuviel ist einfach zuviel. Insbesondere in Zeiten, wo viele Menschen in Deutschland große Mühe habe, überhaupt jeden Tag etwas zu Essen zu haben, empfinde ich diese Verschwendung als eine Verhöhnung des Volkes!

Und um das klar zu sagen, dieses Aasen mit den öffentlichen Mitteln beschränkt sich wirklich fast nur auf das Regierungsvietel. Meine Besuche in den Außenbezirken zeigten ein völlig anderes, heruntergekommenes Bild von Berlin. Dort habe ich nichteinmal Bilder geschossen, da ich einfach besorgt um meine Kamera war!

Der nächste sehr beunruhigende Punkt ist die immense Anzahl an Überwachungskameras im Regeierungsviertel und in den Bereichen der Stadt mit hohem Touristenverkehr. Ich kam mir zeitweise vor wie ein Schwerverbrecher, warum sonst sollte ich bei fast jedem Schritt mit einer Kamera überwacht werden? Aus diesem Grund werde ich keinen Schritt nach London setzen und sehr wahrscheinlich auch nicht nocheinmal in die Innenstadt von Berlin!

 

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