Frankfurt – Tag 1

Als ich in Frankfurt mit dem ICE gegen 09:30 Uhr ankam und ich aus dem Bahnhofsgebäude trat war mein erster Gedanke „Man ist die Stadt dreckig“

Nun könnte man sagen, ich soll mich nicht auf den ersten Eindruck beschränken und das sehr dunkle, wenn auch trockene Wetter könnte einen Einfluss auf diese Einschätzung gehabt haben. Und so ganz falsch wäre diese Aussage nicht, denn der Eindruck hat sich sogar noch verschlechtert! Im Laufe des Tages zeigte sich, daß die Stadt nicht nur dreckig, sondern auch an vielen Orten sehr heruntergekommen und schlecht gepflegt ist! Dazu aber später mehr.

 Zuerst nahm ich die Tram zum Hotel. Dieses war dann auch der erste Lichtpunkt der Tour, denn es lag direkt gegenüber der Tram-Haltestelle Allerheiligentor und machte einen guten Eindruck. Das Zimmer war modern eingerichtet und gepflegt, mehr dazu in meiner Hotelbewertung auf Holiday-Check.

Für die Planung der Tour hatte ich bei der Tourist-Info der Stadt Informationsmaterial angefragt und dieses auch kurzfristig kostenlos erhalten. Unter anderem war dort ein Stadtplan enthalten in dem mehrere fußläufige Touren eingezeichnet waren und in dem beigefügten Büchlein wurden dann die wichtigsten Punkte kurz erläutert. An Hand dieser Karte konnte man die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abgehen und die Lage des Hotels ermöglichte einen guten Einstieg in beide dieser Touren.   

 Durch die frühe Anreise blieb mir genug Zeit für eine der Touren und diese nahm ich somit schnellstmöglich in Angriff, denn das Wetter erschien instabil und ich war nicht sicher, wie lange der Regen noch auf sich warten lassen würde.

Der Weg führte über die Flößerbrücke auf die andere Mainseite und zuerst durch das Stadtviertel Alt-Sachsenhausen. Laut Broschüre soll es mit seinen engen Gassen und den alten Häusern für Gemütlichkeit stehen, mir kam es jedoch eher vor wie eine Partymeile mit morgendlichem Kater. Die Gassen waren völlig verdreckt mit zerbrochenen Flaschen, dem Gestank nach Urin und Erbrochenem und streckenweise mußte man aufpassen, daß man nicht bei jedem Schritt in einen Hundehaufen trat! Bezeichnenderweise liegt in diesem Viertel auch das „Sozialrathaus„.

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Welches Bild der Stadt will man den Touristen mit der Empfehlung hier entlang zu wandern wohl geben? Zugegeben, einige der alten Häuserfronten hätten für sich allein gestellt ein schönes Motiv ergeben, aber in Verbindung mit den ganzen Bierzeltgarnituren und den anderen genannten Faktoren weckte es doch den stark abschreckenden Eindruck einer südländischen Partymeile!

Die Tour ging dann entlang des Flusses vorbei an diversen Museen bis zurück zum Bahnhof. Die Museen bieten so ziemlich für jedes Interessengebiet etwas Passendes, von Architektur über Kunst bis hin zum Filmmuseum. Da aber auch bei dieser Tour mein Schwerpunkt auf der Architekturfotografie lag, nahm ich ein paar der Museen gerne als Fotoobjekt wahr, verzichtete aber auf einen Besuch. Was mir jedoch sehr stark auffiel war das offenbar mangelnde Interesse der Stadt daran, auch diese eigentlich für den Tourismus beworbenen Strecken sauber zu halten! An einer Stelle standen bereits mehrere Besucher und betrachteten einen Raben der einen übervollen Mülleiner nach Eßbarem durchsuchte.

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Das schon auf dem ganzen Platz herumliegende schien ihn nicht zu reizen.

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Aber als wäre das noch nicht genug, so konnte ich nichteinmal entlang des Weges die Skyline der Stadt fotografieren da die Hecke offenbar ein Jahr lang sich selbst überlassen worden war und nun so wild gewuchert war, daß ein freier Blick auf den eigentlichen Reiz an der Stadt versperrt war!

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Ein wenig frustriert ging ich den Weg weiter und wenig später weckten Lautsrpecheransagen mein Interesse. Offenbar wurde an diesem Tag eine Meisterschaft im Ruderbootfahren auf dem Main ausgetragen. Allerdings war ich offenbar nicht der Einzige der nichts davon zu wissen schien, denn die aufgebauten Tribünen waren völlig leer und von anderen Besuchern war auch nicht viel zu sehen, ebenso wie von Werbeplakaten auf dem Weg dorthin. Die gesamte Veranstaltung erschien mir ein wenig trostlos. Zumindest bis auf der aufgebauten Bühne die Gruppe „Dr. Soul and the chain of fools“ mit ihrem Auftritt begann. Die Gruppe schaffte es, die wenigen Menschen zu begeistern und andere zum Anhalten zu bewegen und so füllte sich der Platz doch recht schnell ein wenig mehr.

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Über die Friedensbrücke wechselte ich wieder auf die andere Seite des Mains und setzte meine Tour in Richtung Hauptbahnhof fort. Dort kehrte ich bei Burger-King ein und nahm schließlich die Tram zurück ins Hotel.

Und das sehr pünktlich, denn auf dem Rückweg setzte bereits leichter Regen ein.

Als Fazit des ersten Tages bleibt damit für mich nur die Erleichterung, daß ich unbeschadet wieder im Hotel angekommen ist. Denn nicht nur daß überall auf den Wegen leere Alkoholflaschen oder auch Teile davon herumlagen, es waren auch öfters die Fußgängerweg defekt, also es waren große Löcher im Pflaster oder die Treppensteine waren so stark aus ihrer Form gerutscht, daß man Angst haben mußte, die Treppen würden unter einem zusammenbrechen!

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Wenn ich das nicht mit meinen eigenen Augen gesehen hätte, hätte ich es nicht geglaubt.

Der Sinn meiner Touren liegt eigentlich darin, die schönen Seiten der Welt zu sehen und zu zeigen. Diese Wanderung, die auch noch von der offiziellen Tourist-Info vorgeschlagen wurde, sollte auch eigentlich die schönen Seiten der Stadt zeigen. Wenn dem jedoch so ist, mag ich mir gar nicht vorstellen wie die unschönen Teile der Stadt wohl aussehen…

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