2 Tage Photokina 2014

Tag 1

Nachdem ich in Köln an der Messe-Haltestelle ausgestiegen war, sah ich schon Uli Staiger der den Fahrplan studierte, offenbar für die abendliche Rückfahrt. Am Ausgang des Bahnhofs stand ich dann plötzlich vor einem riesigen Gorilla:

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Und in der Eingangshalle der Messe lief dann noch Eberhard Schuy auf dem Weg zum Aussteller-Eingang an mir vorbei. Damit war dann der Szene-Promi Anteil schon mächtig hoch.

Nach der Öffnung der Messe führte mich dann mein Weg als erstes wie immer zum Stand von Canon. Allerdings war bereits der erste Anblick eine ziemliche Enttäuschung. In diesem Jahr schmückte eine matte und eher lieblos gedruckte Fotowand den Eingang an Stelle des mächtigen Firmenlogos aus wunderschönem roten Kunststoffglas wie bisher. Am Stand selbst ging es dann weiter damit, daß man nicht einmal mehr Prospekte zu den (neuen) Produkten erhalten konnte und man ebenso wenig das gesamte Portfolio ausstellte. Als ich mich beispielsweise ein wenig bei den Scannern umsehen wollte, wurde mir nur lapidar erklärt, daß sie diese nicht ausstellen würden! Der einzige Lichtblick am Canon-Stand war die Prominenz, die auf der Bühne auftrat. Um die neuen Produkte zu promoten, waren die besten Fotografen aus dem Ambassador-Programm angereist und zeigten auf der Bühne Ihre Arbeiten und Fotos. Canon produziert immer noch die meiner Meinung nach besten Kameras, aber an deren Werbekonzept sollte noch mächtig gearbeitet werden!

Danach ging es weiter zum Nikon-Stand um die üblichen gelben Schlüsselbänder und Kugelschreiber abzugreifen, bei Canon sucht man sowas leider vergebens…

Damit war das „Pflichtprogramm“ der Messe erledigt und es ging daran, meinen Plan der interessanten Stände abzuarbeiten und viele Neuheiten, insbesondere im Zubehörmarkt zu entdecken. Dabei fiel mir vor allem ein neuer Stativkopf von Cullman ins Auge, der „concept-one-om510“

Am Stand von Video2Brain gab es, wie inzwischen üblich, Vorträge von Calvin Hollywood und Uli Staiger und bei den extremen Messerabatten auf die DVDs von Calvin konnte ich schließlich auch nicht widerstehen.

Tag 2

Meinen zweiten Tag auf der Messe nutzte ich überwiegend zum intensiven Betrachten der vielen ausgestellten Bilder. Auf Grund des immensen Besucheransturms am Samstag macht es wenig Sinn, die Stände besuchen zu wollen und das Interesse an den Ausstellungen ist generell eher leider nicht so stark. Aber insbesondere die Ausstellung von Leica mit der Retrospektive auf Anja Niedringhaus und einer Bilderstrecke über Tschernobyl waren sehr eindrucksvoll.

Fazit

Für den Besuch dieser Photokina hatte ich in den Wochen zuvor sehr viel Zeit in die Planung investiert und mit Hilfe des Wegeplaners auf der Webseite der Messe eine genaue Route erstellt. Dies war vor Ort eine immense Hilfe, da ich so keine Zeit bei der Suche der interessanten Stände verlor und gezielt die Stände und Vorträge ansteuern konnte.

Leider waren sehr viele Aussteller der Meinung, keine gedruckten Prospekte und Kataloge mehr anbieten zu müssen und nur noch auf deren Webseite zu verweisen. Hoffentlich wird sich das bei der nächsten Messe wieder ändern, einige Firmen, die dieses Konzept schon bei der letzten Photokina versucht haben, waren dieses mal glücklicherweise bereits zu den Papierkatalogen zurückgekehrt.

Mein persönliches Highlight der Messe war ein Treffen mit Ulla Lohmann und Basti Hoffmann am Stand von Canon. Die beiden arbeiten regelmäßig für Geo und National Geographic und sind auch öfters in diversen Expeditions-Dokus im Fernsehen zu sehen. In ihren Bildern und Vorträgen sieht man noch den wahren Spirit der Photographie, denn sie reden nicht darüber wie man in Photoshop Regler schubst oder verlieren sich in unzähligen Details, sondern vermitteln einzig das Erlebnis von vor Ort und den unbändigen Drang nach DEM Bild. Und letztlich ist es doch genau das, worum bei der Photographie und dem Reisen eigentlich geht, alles andere ist nur ein Mittel zu genau diesem Zweck.

Auf eine Vorstellung der Neuheiten verzichte ich selbstverständlich, dafür gibt es genügend Tech-Blogs die das besser können.
Es bleibt mir nur zu sagen, daß die Photokina immer wieder einen Besuch wert ist, auch wenn man kein Fotograf ist. Denn das Rahmenprogramm, u.a. mit Bullenreiten und Freiflugvorführungen von Raubvögeln, kann schon allein den Eintritt lohnen. Und für Fotografen gibt es wohl kaum eine bessere Möglichkeit um mit den „Großen“ der Szene so einfach ins Gespräch zu kommen und Kontakte aufzubauen.

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