Boppard – Mittelrhein Klettersteig

Schon lange hatte ich ein Auge auf das sogenannte Klettersteiggehen gelegt. Der Klettersport war keine wirkliche Option denn er ist mir einfach zu gefährlich, bzw. würde zu viel Zeit für das Erlernen und „am Ball bleiben“ benötigen. Die Klettersteige schienen da einen guten Kompromiss darzustellen. Auf diesen Steigen erfolgt die Sicherung sehr einfach und schnell und mit sehr wenig Ausrüstung. Damit wäre es optimal, um an nicht ganz so alltägliche Fotopositionen zu kommen und würde dennoch ein wenig von dem Kletterfeeling vermitteln.

Bisher war mir jedoch nicht bewußt, daß es solche Touren auch in der Nähe gibt und daher hatte ich bisher Abstand davon genommen. Es wäre nicht sehr gut gewesen, eine größere Fototour basierend auf einer unbekannten Technik aufzubauen. Dann stellte jedoch vor einigen Monaten „Sacki“ den Mittelrhein-Klettersteig bei Boppard vor. Nun gab es keine Ausrede mehr und ich buchte mir über ein langes Wochenende zwei Nächte im Hotel Sonnenhof.

Die Anreise erfolgte wie immer mit dem Zug und nach dem Einchecken im Hotel und einem kleinen Imbiss ging es am Rhein entlang in Richtung Klettersteig.

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Die Strecke kann in zwei Varianten begangen werden, als Kletter- und als Wandervariante. Weiterhin sind die Kletterabschnitte immer wieder durch Streckenabschnitte unterbrochen, auf denen man der Wandervariante folgt.

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Der Klettersteig ist in einem sehr guten Zustand und es machte einen riesigen Spaß, sich an den Griffen durch die Wand zu hangeln und dabei den freien Blick auf die grandiose Landschaft und den Rhein zu genießen.

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Das eigentliche Highlight der Tour ist der Blick auf die Rheinschleife. Und dieser ist meiner Ansicht nach „aus der Wand“ weitaus besser, als von der Wandervariante der Strecke. Dies begründet sich darin, daß die Wandervariante eben durch den Wald führt und nicht so offen liegt, wie die Klettervariante. Dabei entstand dann auch das folgende Bild:

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Nachdem man auch den letzten Kletterabschnitt hinter sich gelassen hat, gelangt man wieder auf den „normalen“ Wanderweg und dieser führt durch sehr schöne Waldgebiete bis hinauf auf den Berg.

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Die meisten Bilder der Rheinschleife entstehen an dem Aussichtspunkt „Vierseenblick“ am Ende der Tour, direkt bei einem Restaurant gelegen. Dort blickt man zwar noch von weiter oben auf die Schleife, aber zum einen ist diese Perspektive sehr „abgedroschen“, zum anderen werden die wahren Ausmaße des Flusses an tieferen Positionen weitaus deutlicher sichtbar.

Wenn man dem Weg weiter folgt, gelangt man zur Bergstation der Seilbahn. Die Abfahrt ist mit fast 5€ pro Person nicht gerade billig und wahrscheinlich würde ich das Geld dafür nicht nochmal investieren. Denn direkt entlang der Bahn führt ein weiterer Wanderweg den Berg hinab und bietet dabei weitaus bessere Aussichts- und vor allem Photomöglichkeiten als bei der Abfahrt.

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Nach der frühen Anreise nach Boppard und der etwas anstregenderen Wanderung auf den Berg war ich jedoch ein wenig erschöpft und froh darüber, mir den Abstieg damit erleichtern zu können.

Abschließend betrachtet ist der Klettersteig eher einfach, damit aber optimal für den ersten Kontakt mit der Materie und auch ideal für das Kennenlernen der Ausrüstung und für den Test der Photoausrüstung unter diesen spezielleren Bedingungen. Nun bin ich jedoch sicher, daß das nicht mein letzter Klettersteig war und vielleicht hat sich damit ein neues Reisethema aufgetan das mir für die nächsten Jahre eine Alternative zu den ferneren Reisezielen bieten könnte. Denn die Alpen bieten eine fast unerschöpfliche Zahl solcher Touren…

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