Der Kameragurt – eine unendliche Geschichte

Für die meisten Fotografen ist die Fototasche das, was für Frauen die Handtasche ist. Man hat hunderte und braucht doch nur wenige.
Wenn das stimmt, dann sind Kameragurte wohl vergleichbar mit dem Schuhtick bei Frauen. Davon braucht man auch nur einen, hat aber gerne weitaus mehr zur Auswahl.

Und genau wie Schuhe oder Handtaschen sind auch Kamerataschen und -gurte nicht unbedingt günstig.
Aber hier soll es erstmal nur um die Gurte gehen.

Früher nutzte ich die Gurte, die mit den Kameras geliefert wurden. Bis ich feststellte, daß es weitaus bequemere gibt und daß es das Arbeiten erheblich erleichtert, wenn man den richtigen Gurt einsetzt.

Als Fotograf sieht man sich diversen Aufgaben gegenüber und genauso vielfältig sind die verfügbaren Kameragurte.
Auf der Suche nach einem individuellen Gurt fand ich diverse bequeme Gurte mit schönen Motiven. Leider machten die Gurte meist einen nicht so stabilen Eindruck wie ich es mir vorgestellt hatte und die Preise waren mir dafür einfach viel zu teuer.

Die wohl edelsten und hochwertigsten Gurte die momentan verfügbar sind, werden aus Elchleder hergestellt. Leider sind die nicht nur qualitativ, sondern auch preislich ganz oben angesiedelt. Die Vorteile von Leder als Naturmaterial sind nicht von der Hand zu weisen aber Leder ist einfach nicht mein Material.

Also ging die Suche weiter.
Inspiriert von den Nikon-Gurten der 70er Jahren suchte ich weiter nach einem Textilgurt und schließlich stieß ich auf Gitarrengurte.
Diese gibt es in nahezu allen denkbaren Ausführungen, sowohl was die Farbe und das Muster angeht als auch die Materialarten, von Leder über Kunststoff bis Baumwolle und vieles mehr.

Der Vorteil von Gitarrengurten ist auch, daß sie über große und sehr stabile Befestigungslaschen verfügen.
Dann blieb nur noch das Problem, diese mit der Kamera zu verbinden.
Dazu verwendete ich 10mm breites Polyamid-Gurtband und vernähte es mit der Kamera. Daran vernähte ich eine Schlaufe aus 20mm breitem Polyamid-Gurtband. Diese Schlaufe und den „Kameragurt“ verband ich an jeder Seite durch einen Kletter-Karabiner. Damit war ein robuster, bequemer und auch optisch ansprechender Kameragurt geschaffen, der preislich weitaus ansprechender als manch „originaler“ Kameragurt ist.

Nachdem ich diverse Gitarrengurte im Einsatz getestet hatte, stellte sich jedoch heraus, daß sie mir einfach zu schwer waren.

Also ging die Suche weiter.
Kurz darauf fand ich eine neue Inspiration im „PeakDesign Slide“.  Das Material erinnerte mich stark an Sicherheitsgurte im Auto, also bestellte ich mir kurzerhand ein paar Meter davon.
Das Material hat den großen Vorteil, daß es sowohl extrem stabil als auch sehr flexibel und leicht ist. Wenn man an jedes Ende eine Schlaufe näht, paßt es problemlos an die Karabiner.

Aber auch an diesem Gurt fand sich sehr schnell einen Nachteil.
Der Gurt schneidet im Nacken ein und das Material ist nicht saugfähig, im Gegensatz zu den Baumwoll-Kameragurten. Als Lösung erwies sich ein Gurtpolster als sehr hilfreich.

Damit ist vorerst meine Suche beendet, allerdings sollte noch erwähnt werden, daß ich neben diversen Autogurten und Gitarrengurten auch noch einen Black-Rapid-Sport im Einsatz habe. Damit bin ich auf jeden Einsatzzweck vorbereitet, von elegant bis hardcore-outdoor, genauso wie Frauen mit 100 Paar Schuhen. 😉

Und über die Wahl meiner Handschlaufe werde ich bei anderer Gelegenheit bloggen, natürlich auch ein Selbstbau…

 

ps. Die Hyperlinks zu den Produkten sind KEINE bezahlten Werbelinks,  noch verdiene ich etwas, wenn ihr diese Produkte kauft. Die Links sollen euch nur helfen, die von mir verwendeten Bauteile zu finden.

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