Gimbalkopf

Die Verwendung von großen Brennweiten erfordert eine sehr stabile Montage.

Die wohl komfortabelste Lösung sind sogenannte Gimbalköpfe, auch Kardankopf genannt. Aber ähnlich wie die Brennweiten für die sie konzipiert sind, sind auch diese Köpfe leider sehr teuer. Bei einem 10.000€ Objektiv sind 400€ für einen Stativkopf vertretbar, bei einem 2.000€ Objektiv wohl eher weniger. Dennoch ist solch ein Kopf auch dort mehr als hilfreich um unverwackelte Bilder zu erhalten und die Arbeit vor Ort zu erleichtern.

Also war für mich klar, daß es ein Eigenbau werden mußte und wie so oft war die Lösung auch hier wieder sehr simpel und relativ kostengünstig.

diy Gimbal-head, Kardankopf

diy Gimbal-Kopf mit Manfrotto Adaptersystem

Das Grundgerüst des Kopfes besteht aus 2 massiven Metallwinkeln die am Drehpunkt mit einer Schraube verbunden wurden. Um die Beweglichkeit der Winkel gegeneinander zu verbessern, wurden zwei Kunststoffscheiben dazwischen eingefügt und mit Vaseline wurden die Gleiteigenschaften verbessert. Die verwendeten Schrauben wurden mit Flügelmuttern gesichert, dies erlaubt das Nachjustieren „im Feld“ ohne passenden Schlüssel.

In dieser Form kann die Kamera jedoch nur nach oben und unten geschwenkt werden. Man benötigt aber noch eine Drehfunktion und die erhielt ich, in dem ich den Gimbal mit einer Schnellwechselplatte an den Panorama-Kugelkopf meines Stativs adaptierte. Wenn man nun die Kugel arretiert und die Panoramafunktion öffnet, läßt sich der Gimbal problemlos drehen. Diese Konstruktion hat den großen weiteren Vorteil, daß der Gimbal schnell und einfach zu demontieren ist und das Stativ weiterhin für andere Anwendungen nutzbar bleibt.

Damit die Kamera-Objektiv-Kombination optimal im Schwerpunkt austariert werden kann, benutze ich für die Montage ein dem Arca-Swiss ähnlichen Systems mit einer großen Adapterplatte die am Stativfuß des Objektivs befestigt wird.

Auf Grund von diversen Gründen habe ich mich bewußt gegen das Arca-Swiss und für die PL200 von Manfrotto an all meinen Stativen entschieden. Für die Austarierung im Gimbal kommt man aber einem Schienensystem nicht herum. Dennoch habe ich auch hier bewußt nicht Arca-Swiss verwendet sondern eine ähnliche, aus meiner Sicht weitaus bessere Lösung von Manfrotto. Auch hier sei darauf hingewiesen, daß ich für diese Erwähnung nicht von Manfrotto bezahlt werde. Ich bin einfach von deren Produkten, insbesondere von den erwähnten, sehr überzeugt. Sie haben sich in meiner Praxis bereits unzählige Male bewährt und sind meiner Ansicht nach dem Arca-Swiss-System in vielen Punkten überlegen.

Der Eigenbau-Kopf hat sich inzwischen ebenfalls bereits in der Praxis bewährt und scheint zumindest den günstigeren kommerziellen Produkten ebenbürtig zu sein.

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