Meine Empfehlungen zu Druckern

Die Anbieter von (Photo-)Druckern erzählen uns in der Werbung ständig, daß das Drucken von Photos inzwischen mindestens so günstig ist, wie das Ausbelichten bei einem professionellenm Anbieter und daß die Qualität viel besser ist. Und das Killerargument ist dann die direkte Einflussnahme auf den Druck. Wenn die Farben oder Helligkeit nich paßt, kann man direkt am Computer die Farben etc. verändern und es nochmal drucken und muß nicht erst ein paar Tage auf die Bilder warten.

Diese Aussagen stimmen für sich genommen wahrscheinlich sogar und waren auch der Grund für mich, mit diesem Thema genauer auseinander zu setzen.
Leider werden bei den ganzen Werbeschlachten meist zwei Punkte vernachlässigt, nämlich der Anschaffungspreis der Geräte und die Haltbarkeit der Druckerpatronen.

Daher sollte an aller erster Stelle bei der Überlegung für oder gegen einen Fotodrucker stehen, wie oft man wie große Bilder drucken wird.
Für mich waren das ca. 10 Din A4 Drucke pro Jahr. Größere Formate lasse ich meist auf Leinwand drucken und lediglich Bilder bis 10x15cm benötige ich häufiger.
Berechnet man den Preis der Geräte mit in die Druckkosten herein ist sehr schnell klar, daß bei meinem Druckaufkommen ein Standard-Din A3+ Photodrucker für mich die völlig falsche Investition wäre. Berücksichtigt man dann noch, daß die „nicht eintrocknenden“ Tintenpatronen mindestens einmal pro Monat benutzt werden wollen um wirklich nicht einzutrocknen, war klar, daß ich mir keinen Tintenstrahler kaufen werde. Hat man Geräte die nicht mit „nicht eintrocknenden“ Patronen werben, werden meist noch viel häufigere Drucke empfohlen!
Da frage ich mich, wer so viele Drucke benötigt. Angesichts der riesigen Auswahl solcher Drucker auf dem Markt, scheint der Bedarf groß zu sein.

Aber da ist noch ein Punkt der schnell vergessen wird.
Will man seine ganzen Bürodokumente dann auch mit diesen teuren Tinten drucken? Abgesehen davon, daß das sehr teure Drucke wären, ist deren Qualität wohl weitaus schlechter als bei einem Büro-Laserdrucker, denn meist verträgt sich die hochwertige Phototinte nur schlecht mit Standard-Druckerpapier.

Und dann sind da noch die Bastler…
Wenn man seine Bilder selbst auf Holz oder anderen Materialen übertragen möchte, benötigt man Ausdrucke von Laserdruckern. Wenn einem dann SW-Bilder nicht genügen, muß es eben ein Bunt-Laserdrucker sein, allerdings gehen durch das Übertragen viele Details verloren und daher genügt meiner Erfahrung nach ein günstiger Drucker, denn die SW-Ausdrucke von Dokumenten sind immer hervorragend und kein Vergleich zu Tintenstrahlern.

Damit ist dann wohl auch klar, für welchen Drucker ich mich schließlich entschieden habe.
Vor über 10 Jahren habe ich mir einen der günstigsten Farblaserdrucker gekauft den ich finden konnte. Lediglich eine geschlossene Papierschublade und die Möglichkeit, jeden Tonerbehälter einzeln nachkaufen zu können war mir wichtig. Wenn eine Farbe leer wird, kaufe ich (guten) Drittanbieter-Toner. Die Druckqualität bei Dokumenten ist TOP, bei Bildern genügt es völlig für meine Anwendungen:

  • Ausdrucke aus dem Web, z.B. Tutorials zum späteren nachlesen, Stadtkarten bei Reiseplanungen etc.
  • Ausdrucke für Bildübertragungen auf Holz, Glas, etc.
  • Vorabdrucke von Bildern um zumindest einen ganz groben Eindruck von dem Bild zu erhalten, bevor man es zum Ausbelichter schickt. Das ist besonders dann wichtig, wenn man an Passpartouts und Rahmen für die Bilder parallel zur Ausbelichtung arbeiten möchte.

ABER:

Wie oben schon erwähnt, benötige ich 10×15 Ausbelichtungen ein wenig häufiger und da war es mir in der Vergangenheit oft ein wenig lästig, diese immer bestellen zu müssen. Angesichts der Versandkosten war das dann auch nicht immer soooo billig, wie die Anbieter es gerne bewerben.

Also entschied ich mich für die Anschaffung eines Photodruckers speziell für diese Photos.
Aus den oben genannten Gründen kam hier natürlich auch kein Drucker mit Tinte in Frage und gleichzeitig sollte die maximal mögliche Druckgröße mindestens 10×15 cm betragen.
Das schränkte die Auswahl bereits sehr stark ein und schließlich entschied ich mich für den „Selphy“ von Canon.

Wer das Gerät noch nicht kennt, erhält in folgendem Video einen kurzen Überblick:

Mein Modell ist bereits der Nachfolger des im Video gezeigten Geräts.

Der Preis des Druckers schwankt stark von Anbieter zu Anbieter, liegt aber bei ca. 120€. Das Stanardpapier inkl. Druckpatrone liegt bei ca. 33€.
Damit sollten sich die Anschaffungskosten bei häufigem Drucken schnell wieder amortisieren.

Das Gerät hat jedoch den großen Nachteil, daß bei den Werkseinstellungen die Farbwiedergabe nicht sehr neutral ist. Wenn man also in einem kalibriertem Workflow arbeitet, werden die ersten Ausdrucke eine ziemliche Enttäuschung sein. Darüber hat auch „Paddy“ damals schon gebloggt. Bei mir lag jedoch das Problem eher in einer Farbverschiebung als in der Helligkeit. Genau wie Paddy, habe ich auch zuerst erfolglos versucht, im Internet ein ICC-Profil zum kostenlosen Download zu finden welches auch funktioniert.

Paddy fand dann damals die Lösung in einem Dienstleister für individuell erstellte Profile. Für diesen Service hat er ca. 31€ bezahlt. Angesichts des Gerätepreises war mir das jedoch einfach zu teuer.
Dann stieß ich in diversen Blog-Kommentaren auf die folgende Seite:

http://fineart-printing.blogspot.de/2016/09/icc-profil-fur-den-canon-selphy-cp1200.html

Der Preis für das dort angebotene Profil für einen CP1200 liegt bei 8€. Das war zwar immer noch viel, aber das war es mir wert und so bestellte ich es kurzerhand. Die Bestellung tätigte ich Samstag-Nachmittag und am Sonntagmorgen erhielt ich eine E-Mail mit dem Profil. Und die ersten Testdrucke waren sehr gut!

Es ist nicht perfekt, aber schließlich nutze ich einen CP1300 und das Profil wurde nicht auf meinen Drucker eingemessen. Die kleinen Ungenauigkeiten nehme ich bei der Preisdifferenz gerne in kauf und ich kann meinen Selphy jetzt endlich produktiv nutzen.

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